Schlagzeilen
Interessantes aus der Welt der Luft- und Raumfahrt (medizin)
Für Sie gesammelt.
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Hier gibt es Neues (nicht nur) aus der Welt der Luft- und Raumfahrt. Sorgfältig ausgewählt aber natürlich ohne Gewähr.

Zunehmend aggressiv
Wer schon immer das Gefühl hatte, dass das Verhalten im Straßenverkehr zunehmend von Aggressivität geprägt ist, darf sich bestätigt fühlen. In drei Erhebungswellen (2016, 2019, 2023) haben Kröling et al. in einer repräsentativen Längsschnittstudie Daten zum selbst- und fremdbeobachteten aggressiven Verhalten von Pkw-Fahrenden erhoben. Im Beobachtungszeitraum stiegen die Mittelwerte der selbstberichteten Aggression signifikant an. Interessant aber, dass bei anderen noch viel mehr aggressives Verhalten beobachtet wird, als bei sich selbst.
Aggression im Straßenverkehr kann lebensgefährlich sein. Denn wer sich aggressiv verhält, darauf weisen die Autorinnen hin, nimmt ja zumindest in Kauf, anderen Schaden zuzufügen.
Teil der Prävention sind auch Investitionen in die Infrastruktur, um Konflikte im begrenzten Verkehrsraum zu vermeiden. Männliches Geschlecht und hohe Jahresfahrleistung sind häufiger mit Aggressionen assoziiert. Alter ist hingegen ein negativer Prädiktor.
Das kann man ja mal mit den eigenen Erfahrungen abgleichen...
Quelle: Zeitschrift für Verkehrssicherheit 3/2026, S. 192 ff

Handy-Blitzer werden scharfgeschaltet
Die Auswertung der Destatis-Daten durch den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) zeigt einen Anstieg von Ablenkung als Unfallursache. Die Zahl der Beteiligten, bei denen Ablenkung als eine der Unfallursachen festgestellt wurde, stieg von rund 8.700 im Jahr 2024 auf etwa 9.500 im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von etwa neun Prozent. „Wir müssen allerdings von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen“, sagt Manfred Wirsch, der Präsident des DVR. „Ablenkung am Steuer ist schwer nachweisbar, und viele Fahrerinnen und Fahrer geben sie aus Angst vor einem höheren Strafmaß nicht an.“
Der DVR fordert deshalb, den Einsatz kamerabasierter Systeme zur Erkennung von Verstößen gegen das Nutzungsverbot elektronischer Geräte am Steuer („Handy-Blitzer“) auszuweiten. Rheinland-Pfalz hat deren Einsatz nach einer Änderung des Landespolizeigesetzes ermöglicht und die Systeme nach einer Testphase inzwischen im Regelbetrieb eingeführt. Weitere Bundesländer sollten diesem Beispiel folgen.
Quelle: DVR-Pressemeldung vom 07.07.2026

Medizinische Versorgung unterwegs
Mit der Gesundheit von Lkw-Fahrenden im grenzüberschreitenden Verkehr befasste sich das internationale Symposium "Gesundheit im Blick" im Juni in Hamburg. Die Sektion Transportwesen der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit beleuchtete nicht nur die Herausforderungen der medizinischen Versorgung unterwegs, sondern zeigte auch den Einfluss der Lebensbedingungen von Fahrpersonal im Fernverkehr auf die gesundheitliche Prognose. Aber auch Lösungen wurden vorgestellt. Eine davon ist "DocStop", eine Initiative, die es Lkw-Fahrenden ermöglicht, bei Bedarf rasch auch unterwegs medizinische Hilfe zu bekommen. Bei Rastanlagen stehen Sicherheit und Hygiene nach wie vor im Fokus. Wie Dr. Jörg Hedtmann in seiner Zusammenfassung der Tagung betonte, tut man auch den Männern einen Gefallen, wenn man das Arbeitsumfeld so gestaltet, dass sich auch Frauen in diesem herausfordernden Beruf wohl fühlen. Das wäre auch im Hinblick auf den Fahrpersonalmangel dringend erforderlich.
Quelle: eigener Bericht vom ISSA-Symposium "Gesundheit im Blick"

Spaceflight Associated Motion Sickness
Erst kürzlich veröffentlichte die NASA (Macaulay et al.) Daten, nach denen die Astronauten und Astronautinnen die Übelkeit nach Rückkehr zur Erde, die sogenannte Terrestrial Readaptation Motion Sickness (TRMS) deutlich unangenehmer empfinden, als die SMS (Space Motion Sickness), die etwas 60% aller Raumfahrenden betrifft. Neue Erkenntnisse, die auf der Jahrestagung der Aerospace Medical Association (AsMA) vorgetragen wurden (Blue et al.) zeigen darüber hinaus, dass nicht vorhersagbar ist, wen die SMS befällt. Darüber hinaus scheint jeder Versuch der Prophylaxe die Sache noch schlimmer zu machen. Daher soll erst beim Auftreten von SMS oder TRMS vorzugsweise mit Promethazin behandelt werden.
Quelle: eigener Bericht von der AsMA Conference 2026

Aus vier mach' Wissenschaft
Vier Astronauten – statistisch ein Albtraum:
Die NASA weist selbst darauf hin, dass Artemis II aus wissenschaftlicher Sicht eine enorme methodische Herausforderung ist: Viele medizinische und psychologische Analysen müssen aus Daten von nur vier Menschen gewonnen werden. Raumfahrtmedizin arbeitet damit oft näher an der Einzelfallforschung als an klassischer Epidemiologie.
Deshalb sucht die NASA jetzt nach erfolgversprechenden Methoden, wie man die Daten sinnvoll auswerten kann und hat dafür auch Geldpreise ausgelobt. Noch bis zum 05. Juni konnte man sich bewerben. Kleiner Haken: Die amerikanische Staatsbürgerschaft ist Voraussetzung.
Quelle: NASA - https://www.nasa.gov/hrp/researchers-how-would-you-extract-meaningful-insights-from-just-four-astronauts/?utm_source=chatgpt.com

FAA - Neues aus dem aktuellen Leitfaden für Aviation Examiner
In einer früheren Richtlinie wurde der Eintrag entfernt, was wohl zu Missverständnissen führte. Jetzt steht es wieder drin: Kontaktlinsen erfordern eine einmonatige Eingewöhnungsphase und müssen die Sehschärfeanforderungen erfüllen.
Außerdem wurde die Entscheidungstabelle für Erkrankungen der Halsarterien überarbeitet und neue Tabellen für eosinophile Ösophagitis und zur Hormonersatztherapie bei Frauen hinzugefügt.
Quelle: FAA – https://www.faa.gov/ame_guide/media/archives.pdf

NASA - Mondanzüge zeigen noch Schwächen
Die Raumanzüge der nächsten Generation der NASA sind noch immer nicht fertig. Diese Verzögerung könnte die Artemis-Mondlandungen um mehrere Jahre hinauszögern, wie aus einem Prüfbericht hervorgeht.
Der neue Bericht des NASA Office of Inspector General (OIG) kam zu dem Ergebnis, dass Verzögerungen bei der Entwicklung und Erprobung dazu führen werden, dass die Artemis-Raumanzüge, die vom privaten Auftragnehmer Axiom Space bereitgestellt werden, erst 2031 fertig sein werden.
Quelle: LifeScience – https://www.livescience.com/space/space-exploration/artemis-moon-landing-could-face-long-delay-while-nasa-waits-for-next-generation-spacesuits?utm_source=chatgpt.com

Auch AVATAR flog um den Mond
Mit AVATAR (A Virtual Astronaut Tissue Analog Response) hat die NASA der Artemis-Besatzung sogenannte Organchips oder Gewebechips mitgegeben, um die Auswirkungen der Raumstrahlung und Mikrogravitation auf die menschliche Gesundheit zu untersuchen. Die Chips enthalten z.B. Knochenmarkszellen der Astronauten. Ein weiterer Chip bleibt auf der Erde. Die Veränderungen können so im direkten Vergleich beobachtet werden. Diese neue Technologie wurde auf der NASA-HRP-IWS-Konferenz Anfang April 2026 vorgestellt.
https://science.nasa.gov/biological-physical/investigations/avatar/

9 Monate statt 14 Tage im All
NASA stuft den astronautischen Boeing-Starliner-Testflug 2024 nach Triebwerks- und Andockproblemen nun als „Type-A-Mishap“ ein. Diese Einstufung in die gleiche Kategorie wie die Challenger und Columbia-Katastrophen spricht dafür, dass dieser Flug ungemütlicher war, als bisher veröffentlicht. Ursachen waren Hardwarefehler, Qualifikations- und Führungsdefizite. Der nächste Starliner-Flug soll nach diversen Veränderungen spätestens im April 2026 stattfinden - allerdings nur als Frachtflug.
https://www.nasa.gov/wp-content/uploads/2026/02/nasa-report-with-redactions-021926.pdf?emrc=76e561

Mars Sample Return zu teuer
37 km hat Perseverance mittlerweile auf dem Mars zurückgelegt und dabei mindestens 21 Gesteinsproben durch Bohrungen gewonnen. Ein Teil wurde an sicherer Stelle abgeworfen, ein Teil im Inneren des Rovers gelagert. Die zunächst geplante Rückholung der Proben im Projekt "Mars Sample Return" wurde jetzt aus Kostengründen gestrichen. Die Wissenschaftler sind verständlicherweise enttäuscht.
Sterne und Weltraum 4/2026, S. 24 ff

Masern gelten wieder als relevante Reiseerkrankung
Masern sind durch ihre extreme Ansteckungsfähigkeit und globale Mobilität wieder eine relevante Reiseerkrankung. Auch wenn in Deutschland das Krankheitsrisiko noch moderat ist, zeigen steigende Fallzahlen in Europa und den USA: Importierte Fälle können jederzeit lokale Ausbrüche auslösen. Entscheidend bleibt ein vollständiger Impfschutz vor internationalen Reisen – unabhängig vom Reiseziel.
u.a.:

Verordnung ermöglicht Betrieb von ferngelenkten Fahrzeugen
Die Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung (StVFernLV) schafft erstmalig einen Rechtsrahmen zum Betrieb von ferngelenkten Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen. Fernlenken („Teleoperation“) bedeutet, dass eine Person ein Fahrzeug steuert, indem sie sich außerhalb des Fahrzeugs in einem Leitstand befindet.
Für diese Personen werden in der Verordnung auch Eignungskriterien beschrieben. Dazu mehr in unserem "Update Verkehrsmedizin".
https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2025/038-hirte-fernlenkverordnung.html?nn=76092
